Geschichte


Ju-Jutsu

Die Wurzeln des Ju-Jutsu liegen in den Kampfkünsten Aikido und Judo sowie Karate. Aus jeder dieser Kampfkünste wurden die für das System Ju-Jutsu besten Techniken vereint. Die Techniken wurden auf die Bedürfnisse des Ju-Jutsu abgestimmt und werden deshalb nicht zwingend genauso ausgeführt wie in der Original-Budōsportart, der sie entstammen. 1967 wurden Judo Dan-Träger beauftragt, Techniken aus Jiu Jitsu, Judo, Karate, Aikidō und anderen Kampfsportarten zu einem neuen SV-System zusammenzustellen. Auftraggeber war das Bundesinnenministerium, das für Polizei, Zoll, Justiz und Streitkräfte ein effektives, stiloffenes und stilübergreifendes System der waffenlosen Selbstverteidigung suchte. So fasste man aus den erwähnten Kampfkunststilen diejenigen Techniken zusammen, die für die tägliche Praxis dieser Berufsgruppen am besten erschienen. Da die „sanften“ Techniken gegenüber Tritten und Schlägen überwogen, nannte man das Ganze „Sanfte Kunst“, Ju-Jutsu. Die erste vollständige Fassung des neuen Regelsystems wurde am 22. April 1969 veröffentlicht. 1990 wurde der eigenständige Deutsche Ju Jutsu Verband gegründet. Im Jahr 2000 sind über die drei oben genannten Kampfstile hinaus Techniken aus Kampfsportarten wie Kick- bzw. Thaiboxen und Ringen sowie Techniken aus den philippinischen Kampfkünsten aufgenommen worden und der DJJV setzte eine neue Prüfungsordnung in Kraft.

Kempo-Jitsu

Kempo Jitsu kommt aus dem japanischen und bedeutet: Kunst vom Gesetz der Faust.

Das Kempo Jitsu geht in seiner Entwicklung bis auf Motobu Choki (1871-1944) zurück. Von 1921-1936 ging Motobu nach Japan um dort zu unterrichten und zu kämpfen. Er hasste die Japaner und forderte sie heraus, wo er konnte, verlor aber nie einen Kampf. Bald darauf gründete er seinen eignen Stil, das Motobu-ryu Kempo Karate.

James Mitose (1916-1981) war 1930-1936 Schüler von Choki Motobu, ging dann nach Hawaii und entwickelte hier seinen Stil, das Kosho-ryu Shorei Kempo, den Grundstein aller haiwaiianischen Kempostile. 1942 gründete er den Official Self Defence Club, dem er bis 1953 vorstand und brachte hier 5 Schwarzgurte hervor, die für die amerikanischen Kampfkünste Bedeutung erlangten, unter anderem William K.S. Chow. 1953 ging er aufs Festland, wurde dort später wegen Mordes verurteilt und starb im Gefängnis.

William K.S. Chow (1914-1987) erhielt 1946 von Mitose seinen Schwarzgurt und eröffnete sein eignes Dojo. Hier unterrichtete er Haiwaiian Kempo Karate, eine Mischung aus dem Kosho-ryu Kempo und einem Stil den er von seinem Vater gelernt hatte. Seine bedeutendsten Schüler waren Ed Parker -> American Kenpo Karate, Adriano Emperado -> Kajukenbo und Sam Alama Kuoha -> Kara-ho Kempo

Ed Parker (1931-1990), der auch als Vater des amerikanischen Karates bezeichnet wird, erhielt von Chow den Schwarzgurt. 1954 ging er nach Utah und gründete sein erstes Dojo, 1956 folgte das zweite in Pasadana / Kalifornien, welches zugleich der Hauptsitz des American Kenpo Karates wurde. 1959 wurde das von ihm entwickelte System American Kenpo Karate genannt. 1960 folgte die Gründung der International Kenpo Karate Association (IKKA).

Adriano Emperado (Kenpo) gründete zusammen mit Joe Holck (Judo), Clarence Chang (Kung Fu), Frank Ordonez (Jiu Jitsu) und Peter Choo (Tang Soo Do) das Kajukenbo. Das Kajukenbo setzt sich heute aus folgenden Unterstilen zusammen Hawaiian Kenpo Karate, Tum Pai, Chuan Fa und Wun Hop Kuen Do. In Hawaii ist hauptsächlich das Hawaiian Kenpo Karate vertreten, von dem es hier in fast jedem Ort einen Vertreter der unterschiedlichsten
Methoden und Unterstile des Hawaiian Kenpo gibt.

Über verschiedene Lehrer, wie Larry Tatum, Rainer Schulte, Angel Garcia und andere Vertreter von Kempostilen, gelangte Kempo nach Europa. Verschiedene Meister bildeten eine Synthese dieser Kempostile mit den in Europo vertretenden Ju Jitsu Stilen, wobei man in England vielfach eine sehr harte Linie vertritt, z.B. Peter Browne Kempo Ju Jitsu. Das Kempo Jitsu, wie es bei uns gelehrt wird, vertritt mehr die Prinzipien des Hawaiian Kenpo Karate, wobei es auch stark von den Prinzipien und Techniken des American Kenpo beeinflusst ist.

Später fanden Einflüsse der FMA, bei den Waffentechniken, Aufnahme in das System des Kempo Jitsu. Kempo Jitsu zeichnet sich durch natürliche Bewegungen und Stände aus. Man ist immer bemüht in die Nahdistanz zu kommen, um dann kurze schnelle Fauststöße, Ellenbogentechniken und Kniestöße anzubringen, gleichzeitig ist ein kontrollieren des Gegners durch Hebel, Würfe und Festlegetechniken möglich.

Abteilung

1994 gründete Hubertus Wiese die Untergruppe Randori Potsdam der Abteilung Judo des SV Motor Babelsberg e.V. Er war gleichzeitig auch der erste Trainer. Er baute die Untergruppe kontinuierlich auf und musste sie aber aus beruflichen Gründen 1999 verlassen. Durch diesen herben Verlust drohte die Gruppe Ju Jutsu auseinander zu brechen, verschiedenste Trainer kamen und gingen und viele Mitglieder verließen den Verein.

2000-2002 war Wolfgang Geyer Trainer der Ju Jutsu Gruppe, Anfangs übernahm er beide Trainingseinheiten. Dank seiner tatkräftigen Unterstützung und einiger noch verbliebendender Mitglieder konnte die Gruppe Ju Jutsu gerettet werden.

2000 stieß Michael Tzschichhold zum Verein und übernahm das Freitagstraining. Auch ihm ist es zu verdanken, dass die Abteilung, so wie wir sie heute kennen, noch existiert. 2001 wurde aus der Gruppe Ju Jutsu die eigenständige Abteilung Ju Jutsu des SV Motor Babelsberg.

2001 wurde Mirko Ponikau als Trainer aktiv. Er war auch bis Anfang 2014 der Abteilungsleiter und trug viel zum Aufbau der Abteilung und deren Räumlichkeiten bei.

2002 wurde auch Matthias Müller als Trainer aktiv. Er ist gleichzeitig der Kassenwart und hält die Finanzen stabil.

2004 bezog die Abteilung ihr eigenes Dojo und konnte somit die Trainingseinheiten entsprechend ausweiten.

2012 wurde Torsten Richter Haupttrainer der Stilrichtung Ju Jutsu, 2014 legte er seine Prüfung zum 2. Dan ab.

Seit 2010 ist Daniel Stoltzmann Assistenztrainer für Ju Jutsu, 2014 bestand er die Prüfung zum Trainer C JJ.

Seit 2005 wird in der Abteilung auch Kempo Jitsu trainiert und seit 2011 ist die Abteilung das Hombudojo der Kempo Jitsu Ohana Germany.

2017/2018 legten folgende Mitglieder ihre Prüfung ab: Daniel zum 1. Dan Ju Jutsu, Holger, Andrey und Guido zum 1st Degree Black Belt Kempo Jitsu. Die Abteilung hat damit zur Zeit 8 Schwarzgurte vom 1. bis 5. Grad.